Am 15. Dezember 2012 wird das erste Kindergartenjahr mit einer Abschlussfeier beendet und die Kinder präsentieren stolz das Gelernte. Zur Feier des Tages gibt es für alle Pilao und Fruchtsäfte. Für die 30 Kinder, die im kommenden Jahr eingeschult werden gibt es ein Federmäppchen, einen kleinen Rucksack und eine Urkunde, dass sie die "shule watoto wadogo" mit Bravour bestanden haben. Alle anderen bekommen ein wohlgefülltes Federmäppchen.

Im Zeitraum 24.11. bis 21.12.2012 findet ein weiterer Aufenthalt in Kiparang'anda statt, während dem zahlreiche Arbeiten erledigt werden. Dies sind unter anderem erste Anpflanzungen von Orangen- und Avocadobäumen. Zudem werden entlang der Grundstücksgrenze Ashokbäume gesetzt. Es werden Wege angelegt und große Flächen des Bodens mit Gras versiegelt, um der einsetzenden Erosion Einhalt zu gebieten. Die Dächer werden mit Dachrinnen versehen und drei 2000 l Tanks aufgestellt, um wertvolles Regenwasser aufzufangen. Zwei kleine Gästezimmer werden eingerichtet, so dass ab 2013 bessere Voraussetzungen für Arbeitseinsätze bestehen. Außerdem werden 20 Beete angelegt, in denen verschiedenes Gemüse gepflanzt werden kann. Zahlreiche Schönheitsreparaturen und ein neuer Anstrich der Spielgeräte sorgen dafür, dass die Zeit wie im Fluge vergeht.

In der Zeit vom 16.8. bis 8.9.2012 steht eine Visitation der Anlage in Kiparang'anda an. Zwei Mtglieder des Vereins und ein Freiwilliger aus der Nähe von Karlsruhe machen sich auf den Weg, um sich einen Eindruck vom Stand der Dinge zu machen und um zahlreiche Arbeiten zu erledigen. Bei Ankunft sind die Arbeiten zur Fertigstellung des Nebengebäudes im vollen Gange. Das Dach ist fertig und das Gebäude ist innen und außen verputzt. Wir beginnen sofort mit dem Fliesen der Nasszellen und einer kleinen Küche. Gleichzeitig werden die Rohre für Wasser und Abwasser gelegt und auf dem Dach wird eine kleine Solaranlage mit ca. 2,2 KW Leistung montiert. Dies ist ein großer Fortschritt, da es hier noch keinen Strom gibt. An den Fenstern werdern Außengitter angebracht, die Türen können gesetzt werden und das Gebäude bekommt einen Außenanstrich. Dies ist dank einer großzügigen Einzelspende möglich geworden. Für die Wasserversorgung der gesamten Anlage wurde bereits ein stabiler Wasserturm gebaut auf den nun ein 5000 l Tank installiert wird. Am Schulgebäude werden die Toiletten fertig gestellt. Da die Geländer auf der Terasse zu schwach waren, müssen Verstärkungen her. Über das ganze Grundstück liegt weit verteilt der Müll herum und so wird mit den Kindern eine Sammelaktion gestartet und alles in einem großen Feuer verbrannt. Mit großer Begeisterung gehen die Kinder zur Sache und werden mit kleinen Geschenken in Form von Luftballons und gespendeten Plüschtieren entlohnt. Zuletzt werden noch drei Betten gekauft, so dass in naher Zukunft Gäste beherbergt werden können, die uns bei unserem Unterfangen unterstützen wollen. Sei dies bei anfallenden Reparaturen, Verschönerungsarbeiten oder der Bepflanzung des Grundstückes mit weiteren Nutzbäumen und Gemüsefeldern. Schon nach wenigen Monaten tragen Papaya und Bananen Früchte, aber es gilt noch vieles mehr zu pflanzen, da sich der Kindergarten in 2-3 Jahren selbst mit Lebensmitteln versorgen soll.

 

Mitte Dezember erfolgt die behördliche Abnahme des Baus  und am 16. Januar 2012 mit Schuljahrsebeginn in Tanzania nimmt der Kindergarten den Betrieb auf.
Gerade erst war man unterwegs, um den Kindergarten zu bewerben,  sind wider Erwarten schnell  64 Kinder gefunden. Doch schon der erste Schultag bringt eine große Überraschung. Mehr als 100 Kinder stehen erwartungsvoll vor den Türen und wollen am Unterricht teilnehmen. Aber nur die auf der Liste stehen, können eingelassen werden. Nach drei Wochen stellt sich heraus, dass 60 Kinder täglich in ihren neuen hellblauen weit aus dem Busch leuchtenden Uniformen zum Unterricht erscheinen.
Mit Freude nehmen sie wissbegierig am Unterricht teil und vor allem die Pausen werden mit Begeisterung für die Spielgeräte genutzt. Auf einer Wippe sitzen anstelle von 2 oder 4 Kindern meist sehr viele mehr und auf der Giraffe gibt es kaum ein freies Plätzchen. Bis oben hinauf wird geklettert. Wasserfarben sind etwas ganz Neues für sie und werden skeptisch betrachtet. Aber schnell werden die Hände gegenseitig bemalt und die Abdrücke auf Papier verewigt. Seifenblasen bringen die Kinder schier aus der Fassung und mit unermüdlichem Eifer jagen sie ihnen hinterher, um sie zu fangen bevor sie den Boden berühren.