Kibululu (7° 8'45.20"S 39° 8'37.12"E)
Hier entsteht ein neuer Kindergarten. Baubeginn März und Fertigstellung im Dezember 2018
 
Das Dorf hat ca. 1230 Einwohner und liegt 6,5 km von Kiparang'anda entfernt mitten im Busch. Eine einigermaßen gut zu befahrende Piste führt dorthin. Das Dorf hat vor zwei Jahren in Eigeninitiative damit begonnen drei Klassenzimmer (im Bild rechts) zu bauen, weil die Kinder fast fünf km bis zur nächsten Schule laufen mussten. Nachdem der Rohbau fertig war und Baustopp wegen Geldmangel drohte, ist endlich die Regierung aktiv geworden und hat das Dach fertiggestellt und Schulmöbel beschafft. Da die Schule ca 500 m außerhalb des Dorfes liegt, führt bisher nur ein Fußpfad dorthin.

Am 21.Dezember 2017 findet eine erste Begehung statt:
Das halbe Dorf ist versammelt. Der Bürgermeister, der Dorfvorstand und eine Vertetung des Büros für die örtliche Erziehung aus Mkuranga sind anwesend. Alle Probleme und Voraussetzungen werden erörtert und der Wille der Bewohner steht fest, dass sie wieder in Eigenregie viele der Arbeiten selbst erledigen wollen. U.a. das Ausheben des Fundamentes, die Beschaffung von Wasser, die Herstellung der Backsteine und die Befüllung des Fundamentes. 120 Unterschriften bezeugen das Anliegen. Die Schulbehörde sagt zu, dass die Lehrerin gestellt wird, da der Kindergarten auf dem Gelände der Grundschule gebaut wird.
Mit einer spontanen Hilfe haben wir 50 Sack Zement und vier Fuhren Sand gekauft. Innerhalb eine Tages hat die Dorfgemeinschaft zur Schule hin eine befahrbare Schneiße durch den Busch geschlagen, damit ein LKW das Material liefern kann. Schon zwei Tage später wird mit der Produktion von 2000 Backsteinen begonnen. Außerdem bringt die Kommune als Forderung von uns eine Dachrinne an und ein Auffangbecken für Regenwasser wird gemauert, da es vor Ort kein Wasser gibt. Diese Kosten hat der Bürgermeister aus Magoza übernommen.
 

März 2018: Bei Ankunft ist das Grundstück grob vom Busch befreit und es sind soviele Backsteine produziert wie mit den 50 Sack Zement möglich waren. Ein Auffangbecken für Regenwasser ist gemauert, aber es sind keine Dachrinnen angebracht als dass man das Wasser hätte auffangen können. Sofort kann das Fundament ausgemessen werden und das Dorf beginnt mit dem Ausgraben. Am nächsten Tag werden aus einer Spende von Heidelberg Cement 100 Sack Twiga-Zement angeliefert und die Arbeit kann beginnen. Zur Freude der Arbeiter gibt es T-Shirts und Schildkappen als Geschenk. Weitere 800 Backsteine und 250 Fenstersteine gehen in die Produktion. Am Ende des Arbeitseinsatzes ist der Rohbau bis zum oberen Betonring hochgezogen und das Fundent ist verfüllt. 300 Backsteine solen noch produziert werden und die Maurer mauern eigenständig bis zum nächsten Bauabschnitt den Giebel hoch. So ist es jedenfalls vorgesehen. Die Zusammenarbeit mit Ortsvorstand und Bürgermeister hat vorzüglich geklappt.
 

August 2018: Im zweiten Bauabschnitt geht es zunächst gut voran. In nur zwei Tagen sind die oberen Reihen und die Wände der Toiletten gemauert und innen ist schon ein Teil der Wände verputzt. Dann folgen ein paar Tage Baustopp,da wegen des anstehenden Examens in der Grundschule Ngunguti die beiden Klassenzimmer dort vorrangig fertig gestellt werden sollen. Einen Tag vor der Fortsetzung wird alles benötigte Material angeliefert. Der Dachstuhl und das Dach sind in kürzester Zeit fertig. Leider stellt sich dann mal wieder der gewohnte Schlendrian ein. Die Gemeinde vertröstet 6 Tage, die fehlenden 150 Backsteine zu produzieren. Es heißt immer nur: "Morgen früh auf jeden Fall!", aber keiner kommt. Erst nachdem der Bürgermeister eingeschaltet wird, kommt man in Gange und auch die Abfallgrube wird ausgehoben. Bis die frischen Backsteine ausgetrocknet sind, sind die Gebäude alle verputzt, die Dachrinnen angebracht und zwei Wassertanks aufgestellt. Kaum damit fertig, setzt in der Nacht Starkregen ein und schon am nächsten Tag sind die Tanks voll mit wertvollem Trinkwasser. Die Klärgrube wird gemauert. Zeitgleich bringt der Schreiner die Türen und der Fliesenleger legt die Fliesen im Klassen- und Lehrerzimmer, sowie in den Toiletten. Der andere Schreiner ist wieder einmal im Verzug und liefert nur die Schulbänke, den Tisch, Stuhl und Schrank für das Lehrerzimmer. Die Hocker kommen jetzt erst im Dezember. Entsprechend bekommt er auch  nur eine mäßige Vorauszahlung. Am letzten Tag gilt es noch so manche Ecke auszubessern und die Gemeinde reinigt das Gelände vom Bausschutt.
       

Dezember 2018: Bei Ankunft ist zur großen Überraschung das komplette Schulgelände blitzsauber. Alle Abfälle sind aufgesammelt und der Boden eingeebnet und gerecht. Lediglich der Fliesenleger hat seine Baustelle etwas dreckig hinterlassen, so dass Reste vom Fugenmaterial mühsam abgekratzt werden müssen. Die bestellten 40 Hocker sind nicht fertig! Kurzer Hand wird ein anderer Schreiner beauftragt, der sie binnen 10 Tage fertig haben und liefern soll. In der Zwischenzeit bekommt der gesammte Kindergartenkomplex seinen finalen Anstrich und die Küche wird mit einer Erstausstattung von Töpfen, Geschirr, Putzmaterialien und einem Regal eingerichtet. Im Lehrerzimmer werden zahlreiche Blei- und Buntstifte, Kugelschreiber, Spitzer, Radiergummi, Lineale, Bälle und anderes Spielzeug eingelagert. In einem der von der Gemeinde selbst gebauten Klassenzimmer lassen wir die fünf Fenster und die Türe einbauen. Die ganze Gemeinde fiebert der Übergabe am 19.12. entgegen. Rechtzeitig erolgt zu diesem Tag die Lieferung der ausstehenden Hocker. Das ganze Dorf hat sich eingefunden und stundenlang werden Lobeshymnen auf Afrika Hilfe Franken (Franken ist ein Zungenbrecher für die ungeübten Zungen) gesungen. Nachdem jeder Würdenträger zur Sprache gekommen ist, gibt es die vom Bürgermeister versprochene Ziege und vom Dorf nebst zwei Körben voll Obst, einen Shejitani (traditionelle Makondeschnitzerei) zum Dank. Mit Übergabe der Schlüssel übernimmt die Gemeinde den Kindergarten in Eigenverantwortung. Am 9.Januar 2019 soll er in Betrieb gehen. Endlich gibt es das lang ersehnte Festessen "Pilau" für die zahlreichen Gäste und die "fundi" (Arbeiter). Durch die Eigenleistung der Gemeinde konnten die Gesamtkosten in Höhe von ca 9.500 € sehr niedrig gehalten werden.
 

März 2019: Der Kindergarten ist seit dem 9. Januar in Betrieb und 78 Kinder sind angemeldet. Da für nur 40 Kinder Hocker und Tische vorhanden sind, wird in zwei Schichten unterrichtet.