27°43'48.94"N  8° 0'41.90"W

2017
Am 25. Februar findet ein weiterer Besuch im Krankenhaus Laayun statt. Im Gepäck, das in erster Linie aus Verbandsmaterial und Hilfsmittel für das Krankenhaus besteht, befinden sich auch 5000 €. Mit diesen sollen die maroden Stromleitungen ausgetauscht und ummantelt unter die Erde verlegt werden, da es im Moment bei jedem bisschen Feuchtigkeit zu Kurzschlüssen kommt. In solchen Fällen muss mittels Autoscheinwerfer operiert werden. Außerdem soll die Kapazität des Solarstroms mittels Zukauf  von Solarpanels erhöht werden. Eine weitere Sorge plagt die Krankenhausleitung: Inzwischen gibt es für ca. 200.000 Menschen nur noch zwei Zahnarztstühle, die dazu nur noch bedingt einsatzfähig sind. Hilfe wird dringend benötigt - aber wie?
 
Die Besichtigung des Krankenhauses zeigt, dass der Chefarzt die Spenden des Vorjahres vorbildlich eingesetzt hat. Inzwischen haben alle Räume staubdichte Fenster, alle Räume sind neu getüncht und haben eine neue Decke eingezogen bekommen. Die maroden Wasserleitungen sind entfernt und durch neue ersetzt, wodurch auch sogleich der Wasserverbrauch drastisch gesunken ist. Das Dach ist komplett mit einer dünnen Betonschicht bedeckt und die Backsteinreihe am unteren Rand, die das Regenwasser aufgestaut hat, ist entfernt. Jetzt kann das Wasser sofort ablaufen und es ist unwahrscheinlich geworden, dass das Wellblech von starken Winden abgehoben wird. Der Veterinärbereich und die Küche sind gefliest, was eine bessere Reinigung zulässt und damit viel mehr Hygiene bedeutet. Inzwischen besteht im Krankenhaus auch Rauchverbot und es darf drinnen kein Tee mehr auf Holzkohle zubereitet werden. Rund um den Komplex ist ein breiter ca 130 cm hoher Wall aufgeschüttet, um Regenwasser aufzuhalten und umzuleiten. "jetzt endlich ist es ein Krankehaus!" sagt der Chefarzt Khalil.


2016
Anfang des Jahres erreicht uns ein Dankesbrief aus dem Krankenhaus Laayun. Von den Ende November 2015 übergebenen 4000 € konnte einiges repariert werden: Einige Patientenzimmer wurden gestrichen, bekamen neue Decken und staubdichte Fenster und Türen, so dass man endlich wieder von Hygiene sprechen kann. Außerdem wurde die Küche und der Speisesaal für die Patienten restauriert.
    


Am 27. Januar werden mehrere Pakete auf den Weg gebracht, die eine Reisegruppe Anfang Februar mit ins Krankenhaus Laayun nimmt. Diese beinhalten unter anderem mehrere hundert Brillen, die von ansässigen Brillenläden vermessen wurden, sowie zahlreiches Verbandsmaterial aus gesammelten KFZ-Verbandskästen und einiges anderes medizinisches Gerät. Eine weitere Geldspende soll ermöglichen, dass noch mehr Schäden behoben werden können.

  

Am 18. August erreicht uns die Nachricht, dass es schon wieder zu heftigen Rgenfällen und Überflutungen gekommen ist. Nachdem es 2014 im Oktober und 2015 im September war, ist es dieses Mal schon im August. Viele Häuser, aber auch das Krankenhaus sind betroffen. In einigen Abteilungen muss der Betrieb eingestellt werden.

Am 02. September reist ein Vereinsangehöriger in das Krankenhaus Laayun und führt Spendengelder mit sich, um Schäden am Krankenhaus auszubessern und eine kleine Entbindungsstation zu restaurieren, die einfallgefährdet ist. Eine Außenwand ist von oben bis unten gerissen und auch das Dach ist schwer beschädigt. Die Abteilung Veterinär ist stark betroffen. Dort sind ebenfalls dringende Reparaturen notwendig. Außerdem wird begonnen einen Wall vor das Krankenhaus zu bauen, da es inmitten eines Wadi liegt, das sich bei Regenfällen mit Wasser füllt. Der Wall soll das Wasser schon vor dem Krankenhaus ableiten.

2015
Am 8. Januar machen sich zwei Vereinsmitglieder mit 8.000 € und zahlreichem Verbandsmaterial im Gepäck auf den Weg in die "befreiten Gebiete" Westsahara, um die Lage zu sondieren und Hilfsmaßnahmen einzuleiten. Nach Ankunft im Flüchtlingslager Laayun erfolgt sofort die Übergabe der Spenden an den Klinikleiter und den Oberarzt. Noch am gleichen Tag wird Baumaterial wie Wellblech, Eisenträger, Dachbalken, Backsteine, Zement, Sand, diverses Werkzeug und Farbe eingekauft.
 

Der erste Eindruck ist erschreckend. Außer dem Raum, in dem der Zahnarzt arbeitet sind fast alle Zimmer abgedeckt oder das Dach zumindest schwer beschädigt. Da das Wasser tagelang in den Räumen gestanden hat bis es verdunstet war, sind die teils aus Lehm gemauerten Wände voll Wasser gesogen und bis jetzt noch teilweise feucht. Sofort wird der Verputz aufgeschlagen, damit sie trocknen können. Das Problem: Die Fußböden sind gefliest und liegen teils unter Niveau der Erdhöhe außen. Es gibt keine Abflüsse, da man hier in der Sahara offentsichtlich nie mit derartigen Regenmengen gerechnet hätte. Überall hängen von den Wänden nicht abisolierte Leitungen auf denen noch teilweise Strom ist. Die beschädigten Dachteile werden von ihrer Last befreit und das komplette Blech heruntergenommen. Jetzt müssen erstmal mehr Verstrebungen in Form von Dachbalken oder Eisenträgern eingefügt werden, da die Abstände mit teils bis u 260 cm viel zu weit waren. Dann kommt neues Blech drauf, das nachdem es angenagelt ist noch mit einer dünnen Zementschicht bedeckt wird. So kann das Wasser ablaufen und wird nicht von den Steinreihen aufgestaut wie es vorher der Fall war.
  

Schon nach zwei Tagen ist das Vorzimmer des Zahnarztes neu bedacht und gestrichen. Da starke Winde einsetzen wird die Arbeit auf dem Dach zur Gefahr. Ein Arbeiter fällt herunter und da werden lieber erstmal andere Mängel behoben, die auch keinen Aufschub dulden. Es wird über hohen Wasserverlust geklagt und so graben wir alle Leitungen auf. An einer ganzen Reihe von Verbindungen leckt es. Das Problem: teils passt die Größe von Rohr und Verbindungsstück gar nicht zusammen. Die Dichtung schafft diie Differenz einfach nicht und es tropft. Da es keine passenden Teile gibt, muss sich mit Schlauchstücken von alten Autoreifen beholfen werden. Die Rampe zum Wasserbehälter ist abgerutscht und die meist über 12 Tonnen schweren Tanklaster drohen bei jeder nächsten Anfahrt herunter zu stürzen: Wilde Hunde haben die Rampe unterhöhlt und ihren Bau darin angelegt. Würde einer dieser Laster herunterfallen, würde er den ganzen Tank umreißen. Sofort wird eine Notmauer gebaut und die Höhle ausgefüllt. Später soll sie zu einer ordentlichen Stützmauer entlang der ganzen Rampe ausgebaut werden.
 

Der Wind beruhigt sich wieder und so kann es auf dem Dach weiter gehen. Alle Räume werden mit neuen Blechen überdeckt, nachdem zusätzliche Dachbalken eingezogen sind. Erstmal kommen wieder Steine drauf, damit der Wind keinen Streich spielen kann und dann werden auch sie nach und nach mit einer dünnen Zementschicht bedeckt. Aber ersteinmal werden die Lücken und Abschlüsse zugeputzt, dass da der Wind keine Angriffsflächen findet und unter das Dach kommt. Schnell neigen sich die für diesen Einsatz viel zu wenigen Tage zu Ende. Am vorletzten Tag besucht uns dann noch der Gesundheitsminister und bedankt sich persönlich für unseren Einsatz. Leider konnte längst nicht alles repariert werden! Aber Khalil, der Klinikleiter ist sehr zufrieden mit der geleisteten Arbeit. Täglich stand er zur Seite und versuchte mit seinen bescheidenen Mitteln alle Probleme zu lösen. Er versichert, dass er mit dem noch nicht verausgabten Geld noch alle Räume innen verputzen und streichen kann.
 

.... und natürlich hoffen der Gesundheitsminister und Khalil auf weitere Hilfe in der Zukunft!


Schon Ende Februar sind die beschädigten Räume, Zahnarztbereich und Konferenzzimmer wieder einsatzbereit.

am 18.August 2015 erreicht uns die Nachricht, dass erneut Sandstürme und Regenfälle am Hospital Schäden hinterlassen haben. Ein Teil des neuen Daches wurde weggerissen und im Inneren sind zwei Räume beschädigt. Außerdem bittet man darum, eine kleine Entbindungsstation zu renovieren, da dort kaum noch von Hygiene zu sprechen ist.
In der Zeit vom 10. bis 16. Oktober soll anlässlich 40 Jahre Flüchtlingslager ein Besuch vor Ort stattfinden und es sollen zumindest die Schäden am Krankenhaus behoben werden. Zur Zeit fehlen die finanziellen Mittel, um andere dringend notwendige Maßnahmen zu erledigen.
 

10.Oktober
Drei Vereinsmitglieder besuchen die Krankenstation im Flüchtlingslager Laayun und nehmen die Schäden in Augenschein. Der Klinikleiter Khalil führt die Besucher durch alle Außenstationen in den 5 Dairas der Wilaya Laayun. Teils sind die die Stationen im erbärmlichen Zustand und es ist kaum vorstellbar wie da sterille Hilfe geleistet werden soll. Von einem der Staionen sind die Außenwände gerissen und stehen fingerbreit auseinander, so dass der Wind Staub und Dreck in die Behandungsräume und Krankenzimmer treibt. Das Dach ist undicht und so rieselt es auch noch von oben. Da zu diesem Zeitpunkt auch die "Feierlichkeiten" zu 40 Jahre Flüchtlingslager stattfinden, wird die schwierige Situation der Menschen dort eindrucksvoll vor Augen geführt.

18/19.Oktober
Kaum zurück, erreicht uns wieder eine Hiobsbotschaft. Erneut hat sintflutartiger Regen das Flüchtlingslager überschwemmt und viele Schäden angerichtet. Mehrere hunderte Häuser und Zelte sind beschädigt oder zerstört. Am Krankenhaus Laayun sind Wände der Kinderstation und der Notaufnahme eingestürzt.
 

2014
Im Oktober wird uns ein Hilfsgesuch angetragen in den befreiten Gebieten Westsahara das schwer beschädigte Krankenhaus im Lager Laayun (27°43'48.94"N  8° 0'41.90"W) zu unterstützen. Ein Sturm und schwere Regenfälle im September  haben die Klinik des Flüchtlinglagers stark in Mitleidenschaft gezogen. Im Moment ist unter medizinischem Aspekt keine vernünftige hygienische Arbeit mehr möglich. Am kompletten rechten Flügel ist das Dach zerstört. Als Folge waren die Räume voll Regenwasser gelaufen und haben weitere Zerstörungen hinterlassen.

(3 Bilder links - fotografiert von Anna Koubova - wurden von Herrn Mohamed Badati zur Verfügung gestellt.
Der vorgelegte Kostenvoranschlag liegt bei 1,2 Mio algerische Dinar, was ca 10.000 € entspricht.

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